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Sonstiges

Zivilrecht · Sachenrecht · 121 Prüfungspunkte

Rechtsstand: gegen das Änderungsregister 2015–2026 geprüft, keine Treffer. Das Material stammt aus 2014/2015; eine redaktionelle Durchsicht steht aus.

Eigentumserwerb gem. §§ 929 ff. BGB

I.Wirksame Einigung i.S.v. § 929 Satz 1 BGB: §§ 145, 147 BGB
1.Einigung i.S.v. § 929 Satz 1 BGB
a.Vollrechtsübertragung
b.an bestimmter Sache
2.Keine Wirksamkeitshindernisse (Abstraktionsprinzip beachten!)
II.Übergabe oder Übergabesurrogat
2.oder Übergabe entbehrlich gem. § 929 Satz 2 BGB (traditio manu brevis)
3.oder Übergabesurrogat gem. § 930 BGB oder § 931 BGB
III.Einigsein zur Zeit der Übergabe, d.h. kein Widerruf (bei gestreckten Erwerb)
IV.Verfügungsberechtigung
1.Eigentümer ohne Verfügungsbeschränkung
2.oder Verfügungsbefugnis, insbesondere § 185 Abs. 1 BGB
Erläuterung

3 oder Überwindung der Nichtberechtigung durch den gutgläubigen Erwerb vom Nichtberechtigten, §§ 932 ff. BGB

Gutglaubenserwerb gem. §§ 932 ff. BGB

I.Rechtsgeschäft iS eines Verkehrsgeschäftes
1.rechtsgeschäftlich: kein gesetzlicher Eigentumserwerb, kein Erwerb qua Hoheitsakt
2.Verkehrsgeschäft: Veräußerer und Erwerbe müssen wirtschaftlich personenverschieden sein.
Definition
Verkehrsgeschäft

Veräußerer und Erwerbe müssen wirtschaftlich personenverschieden sein.

II.Rechtsscheinstatbestand: Besitz
1.bei § 929 BGB, § 932 BGB, (P) vermeintliche Geheißperson
3.bei § 931 BGB, § 934 BGB, (P) Wertungswiderspruch bei sog. Doppelspiel des Besitzmittlers
III.Guter Glaube (§ 932 Abs. 2 BGB)
1.Geschützt ist grds. nur der gute Glaube an das Eigentum, nicht an die Verfügungsbefugnis
2.Ausnahmen: § 366 HGB; §§ 161 Abs. 3, 1244, 2113 Abs. 3 BGB, relative Veräußerungsverbote
IV.Kein Abhandenkommen (§ 935 BGB): abhanden kommen ist der unfreiwillige Verlust des unmittelbaren Besitzes
Erläuterung

Entschädigung für Rechtsverlust, §§ 951 i.V.m. 812 ff. BGB

0.Anwendbarkeit
I.Rechtsverlust i.S.d. §§ 946-950 BGB
II.Rechtsgrundverweis auf Bereicherungsrecht (str.)
III.Kondiktionsanspruch gegen Anspruchsgegner (LK und NLK, str.)
Wertersatz nach § 818 Abs. 2 BGB
Erläuterung

Veräußerung durch Nichtberechtigten

I.Schadensersatzansprüche aus
1.§§ 989, 990 BGB (sofern der Besitzer bösgläubig war)
2.§§ 922 i.V.m. 823 ff. BGB (sofern deliktischer oder durch verbotene Eigenmacht erlangter Besitz vorliegt)
3.§ 823 BGB (sofern ausnahmsweise neben den §§ 987 ff. BGB anwendbar)
4.§ 826 BGB (sofern der Besitzer vorsätzlich sittenwidrig handelte)
5.§§ 687 Abs. 2 i.V.m. 678 BGB (sofern Besitzer positive Kenntnis von der Fremdheit des Geschäfts hatte)
II.Erlösherausgabe aus
1.§§ 985 i.V.m. 285 BGB (sofern § 285 BGB auf § 985 BGB anwendbar ist, h.M.: (-))h.M.
2.§ 816 Abs. 1 1 BGB (bei Wirksamkeit der Verfügung)
3.§§ 687 Abs. 2 i.V.m. 681 Satz 2, 667 BGB (sofern der Besitzer positive Kenntnis von der Fremdheit des Geschäfts hatte)
Erläuterung

Pfandrechtserwerb an einer beweglichen Sache

I.Ersterwerb des Pfandrechts
1.Bestand der zu sichernden Forderung (Akzessorietät)
2.Einigung i.S.v. § 1205 Abs. 1 BGB, (P) Abgrenzung zur Sicherungsübereignung
3.Übergabe, §§ 1205 Abs. 1, Abs. 2, 1206 BGB
4.Einigsein
5.Berechtigung
a.Eigentümer ohne Verfügungsbeschränkung
b.oder Verfügungsbefugnis, § 185 Abs. 1 BGB
c.oder gutgläubiger Erwerb, §§ 1207 i.V.m. 932 ff. BGB
II.Zweiterwerb des Pfandrechts, § 1250 BGB
1.Wirksame Einigung über Abtretung der Forderung, § 398 BGB
2.Kein Ausschluss der Abtretbarkeit
3.Berechtigung bzgl. Pfandrecht und Forderung (nach h.M. kein gutgläubiger Zweiterwerb)h.M.
Erläuterung

Grundstücksübertragung gem. §§ 873, 925 BGB

I.Wirksame Einigung
1.Einigung (Auflassung): §§ 925, 145, 147 BGB
2.Keine Wirksamkeitshindernisse
a.Form des §§ 925 i.V.m. 125 Satz 1 BGB
b.Sonstige Wirksamkeitshindernisse
II.Eintragung in das Grundbuch
III.Einigsein, d.h. kein Widerruf (§ 873 Abs. 2 BGB) zur Zeit der Eintragung
IV.Berechtigung
1.Eigentümer ohne Verfügungsbeschränkung
2.oder Verfügungsbefugter gem. § 185 Abs. 1 BGB
3.oder Gutglaubenserwerb vom Nichtberechtigten gem. § 892 BGB
Erläuterung

Überwindung der Nichtberechtigung durch gutgläubigen Erwerb im Grundstücksrecht gem. § 892 BGB

I.Rechtsgeschäft iS eines Verkehrsgeschäfts
II.Rechtsscheintatbestand (Eintragung im Grundbuch)
III.Guter Glaube
IV.Kein Widerspruch
Erläuterung

Verfügungsbeschränkungen im Grundstücksrecht

I.Verfügungsbeschränkungen vor Antragstellung, § 892 BGB
1.Rechtsgeschäftlicher Erwerb iS eines Verkehrsgeschäftes
2.Unrichtiges Grundbuch, das den Nichtberechtigten legitimiert
3.Kein Widerspruch im Grundbuch eingetragen (gleichbedeutend: InsO-Vermerk gem. §§ 23, 32, 33 InsO; Zwangsvollstreckungsvermerk gem. § 23 ZVG)
Definition
Kein Widerspruch im Grundbuch eingetragen (gleichbedeutend

InsO-Vermerk gem. §§ 23, 32, 33 InsO; Zwangsvollstreckungsvermerk gem. § 23 ZVG)

4.Guter Glaube
a.schädlich ist nur positive Kenntnis (anders als § 932 Abs. 2 BGB)
b.falls letzte Erwerbsvoraussetzung die Eintragung ist, schadet positive Kenntnis nach vorletzter Erwerbsvoraussetzung nicht, vgl. § 892 Abs. 2 BGB
II.Verfügungsbeschränkungen nach Antragstellung: § 878 BGB
1.Bindende Einigung i.S.v. § 873 Abs. 2 BGB
2.Verfügungsbeschränkung nach Antragstellung und vor Eintragung
3.Erklärung vom Berechtigten
Erläuterung

Erwerb der Vormerkung

I.Ersterwerb der Vormerkung, §§ 883, 885 BGB
1.Bestehen eines schuldrechtlichen Anspruchs (Akzessorietät)
2.Bewilligung (oder einstweilige Verfügung)
3.Eintragung
4.Kein Widerruf der Bewilligung
5.Berechtigung (beachte: §§ 892, 893 BGB und § 878 BGB werden nach h.M. analog angewendet)h.M.
II.Zweiterwerb der Vormerkung analog § 401 BGB
1.Wirksame Einigung über Abtretung der Forderung i.S.v. § 398 BGB
2.Kein Abtretungsausschluss (§§ 399, 400 BGB)
3.Berechtigung
a.Bestand der Forderung
b.Bestand der Vormerkung (nach h.M. gutgläubiger Zweiterwerb analog §§ 892, 893 BGB, wenn Forderung besteht und nur Vormerkung nicht wirksam ist)h.M.
Erläuterung

Erwerb einer Hypothek

I.Ersterwerb einer Hypothek, §§ 873 Abs. 1 F. 2, 1113 ff. BGB
1.Bestand der zu sichernden Geldleistungsforderung (Akzessorietät)
2.Einigung gem. §§ 873 Abs. 1 F. 2, 1113 ff. BGB (§§ 145, 147 BGB) über Bestellung eines dinglichen Verwertungsrechts an einem bestimmten Grundstück für eine bestimmte Forderung
3.Eintragung in das Grundbuch, Inhalt gem. § 1115 BGB
4.Briefübergabe, § 1117 Abs. 1 BGB, oder Übergabesurrogat, § 1117 Abs. 2 BGB (Regelfall)
5.Einigsein, d.h. kein Widerruf
6.Berechtigung bzw. Ermächtigung (§ 185 Abs. 1 BGB) oder gutgläubiger Erwerb (§ 892 BGB)
II.Zweiterwerb einer Hypothek
1.Abtretung der Forderung gem. § 398 BGB in der Form des § 1154 BGB
a.§§ 389, 145, 147 BGB
b.Inhalt: die hypothekarisch gesicherte Grundforderung
c.Form des § 1154 BGB
2.Kein Ausschluss (rechtsgeschäftlich oder durch Gesetz)
3.Berechtigung (Innehabung von Grundforderung und Hypothek, ggf. Überwindung der Nichtberechtigung nach § 1138 BGB, (P) forderungsentkleideter Hypothekenerwerb)
4.Hypothek folgt gem. § 1153 BGB kraft Gesetz
a.Pfehlende Forderung: §§ 1138 i.V.m. 892 BGB prüfen
b.Pfehlende Hypothek: § 892 BGB prüfen
Erläuterung

Durchsetzung der Hypothek; Einwendungssystem

Erwerb einer Grundschuld
I.Ersterwerb einer Grundschuld, §§ 873, 1191 BGB
1.Einigung gem. §§ 873, 1191 BGB über Bestellung einer Grundschuld
2.Eintragung in das Grundbuch
3.Einigsein, d.h. kein Widerruf
4.Berechtigung bzw. Ermächtigung gem. § 185 BGB oder gutgläubiger Erwerb gem. § 892 BGB
5.Briefübergabe gem. §§ 1192, 1117 BGB (falls Briefgrundschuld)
6.Bestand der Forderung ist nicht erforderlich, vgl. § 1192 BGB
II.Zweiterwerb einer Grundschuld, § 413 BGB
1.Wirksame Einigung über Abtretung der Grundschuld gem. §§ 413, 398 BGB in der Form gem. §§ 1154 i.V.m. 1192 BGB
2.Kein Ausschluss der Abtretung, §§ 413, 399, 400 BGB
3.Berechtigung
a.Wirksamer Ersterwerb gem. §§ 873, 1191 BGB
b.Kein Verlust, insbesondere durch Rückzahlung
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